Insulin ist ein körpereigener Botenstoff, der bei jedem Menschen die gleiche Struktur aufweist. Das Hormon wird von den Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es wird nach dem Essen ausgeschüttet, um Traubenzucker in das Muskel- und Fettgewebe sowie in die Leber zu schleusen. Dieser Zucker dient den Zellen als Energielieferant und ist für sie lebenswichtig. Er wird vor allem in Form von Kohlenhydraten in der Nahrung aufgenommen. Patienten mit Diabetes mellitus haben einen Insulinmangel. Daher können sie den Traubenzucker nicht mehr richtig verwerten und scheiden ihn mit dem Harn aus.
Therapie mit Insulin
Das Ziel jeder Insulintherapie ist nicht nur die Nachahmung der natürlichen Insulinproduktion. Darüber hinaus soll sie auch die Lebensqualität der Patienten verbessern und die Entstehung diabetesbedingter Folgeerkrankungen verzögern. Eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die richtige Einstellung der Blutzuckerwerte.
Wenn es trotz Diät, Bewegung oder Tabletten nicht gelingt, den Blutzuckerspiegel optimal einzustellen (HbA1c < 7 Prozent), muss so schnell wie möglich mit einer Insulinbehandlung begonnen werden. Mit Insulin können Diabetiker ein Leben führen, das dem eines gesunden Menschen nahezu entspricht. Mögliche Therapieoptionen sind:
- BOT (Basalunterstützte Orale Therapie): Zu den blutzuckersenkenden Tabletten wird bei der BOT zusätzlich ein langwirksames Insulin gespritzt. Dieses Behandlungsmuster wird bevorzugt eingesetzt, wenn für eine bessere Einstellung und ein gesteigertes körperliches Wohlbefinden neben den Tabletten zusätzlich Insulin erforderlich wird.
- Konventionelle Insulintherapie (CT): Bei dieser Form der Insulintherapie spritzen sich die Patienten meist zweimal täglich eine Mischung aus kurz- und langwirksamem Insulin. Die Nahrungsmenge und der Bewegungsumfang hängen von einem festen Mahlzeitenschema und konstanten Injektionszeiten ab.
- Intensivierte Insulintherapie (ICT): Bei der intensivierten konventionellen Therapie (ICT) wird ein- bis dreimal täglich ein Verzögerungsinsulin und zu den Mahlzeiten ein schnell wirksames Insulin gespritzt. Dosis und Zeitpunkt kann der Diabetiker selbst anpassen – je nach Mahlzeit und/oder körperlicher Tätigkeit.
Insulinanaloga
Insulinanaloga sind eine neue Klasse von biotechnologisch hergestellten Insulinen. Sie haben das Spektrum der Therapiemöglichkeiten bei Diabetes mellitus deutlich erweitert. Insulinanaloga wurden speziell mit der Zielsetzung entwickelt, die Insulinfreisetzung, so wie sie bei Gesunden erfolgt, besser nachzuahmen. Außerdem helfen sie, langfristige diabetische Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Bei den Analoga wird zwischen langwirksamen Insulinen für die Basal- und kurzwirksamen Insulinen für die Mahlzeitenversorgung unterschieden. Langwirksame Insulinanaloga zeichnen sich durch eine verzögerte Aufnahme in den Blutkreislauf sowie durch ein gleichmäßiges Wirkprofil über 24 Stunden aus, so dass sie nur einmal täglich verabreicht werden müssen. Ihr flaches Wirkprofil ohne Insulinspitzen bietet eine bessere Insulinversorgung und reduziert zudem das Risiko einer Unterzuckerung.
Kurzwirksame Insulinanaloga werden schneller in die Blutbahn aufgenommen und haben eine verkürzte Wirkdauer. Der Patient muss keinen Ess-Spritz-Abstand mehr einhalten und auch Zwischenmahlzeiten sind nicht mehr nötig.
Risiko Unterzuckerung
Der medizinische Fachausdruck für Unterzuckerung ist Hypoglykämie.
Unabhängig von ihrer Ausprägung führen Hypoglykämien immer dazu, dass der Diabetiker mit seiner Therapie unzufrieden ist. Im schlimmsten Fall führt die Angst vor einer Unterzuckerung dazu, dass der Patient den Einstieg in die Insulintherapie oder aber eine Intensivierung der Insulinbehandlung hinauszögert. Diese Hürde gilt es zu überwinden, um eine gute Blutzuckerkontrolle zu erreichen. Denn nur ein optimal eingestellter Blutzucker schützt vor den gefürchteten diabetischen Folgeerkrankungen.
Mit den modernen Insulinanaloga ist die Insulintherapie heute sehr einfach und zuverlässig geworden. Das Risiko für Unterzuckerungen ist bei der Behandlung mit Insulinanaloga deutlich reduziert. Die verzögerte Aufnahme der langwirksamen Insulinanaloga in den Blutkreislauf führt zu einem gleichmäßigen, flachen Insulinspiegel über 24 Stunden, wodurch vor allem nächtliche Hypoglykämien weniger werden.











