
Man kennt ihn aus dem Fernsehen. Er war der Vorreiter für die erfolgreiche Verbindung zwischen Kochen und Fernsehen. Johann Lafer wurde 1957 in Graz (Österreich) geboren. 1973 begann er seine Ausbildung zum Koch. Bis heute folgte dem eine steile und abwechslungsreiche Karriere. Über Johann Lafer wird gesagt: „Er ist wahrscheinlich der einzige professionelle Koch in Deutschland, dem es gelungen ist, zwei Positionen in seiner Person glaubhaft und authentisch nach außen zu vertreten.“ Hervorgerufen wird seine außergewöhnliche Beliebtheit zum einen durch seine fachliche Kompetenz zum anderen durch diverse erfolgreiche TV-Serien. Er eröffnete seine eigene Kochschule, ist Besitzer eines erfolgreichen Restaurants und hat sein eigenes Foto- und Fernsehstudio. Johann Lafer hat die Fähigkeit, sein Wissen so weiterzugeben, dass der Zuschauer das Gefühl hat, ebenso gut kochen zu können wie er. Sein neuestes Projekt: „food@ducation“, ein Pilot, mit dem er sein eigens für den Schulalltag entwickeltes Ernährungskonzept umsetzen und die Verpflegungssituation der Kinder nachhaltig verbessern möchte.
Wollten Sie schon immer Koch werden oder hatten Sie als Kind auch andere Berufswünsche?
Als kleiner Bub schwankte ich zwischen Gärtner und Koch, aber es hat sich früh herauskristallisiert, dass Koch mein Traumberuf sein wird.
Wie sind Sie zum Kochen gekommen?
Schon als Kind hielt ich mich am liebsten in der Küche auf. Meine Mutter kocht hervorragend und ließ mich schon sehr früh mithelfen.
Wie halten Sie sich persönlich fit?
Mit gesunder Ernährung und Sport.
Sie engagieren sich schon seit 7 Jahren bei „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“. Warum unterstützen Sie diese Diabetes-Aktion weiterhin?
Weil gute, frische Küche der Gesundheit dient und auch für Diabetiker machbar ist.
Und weil ich bereits in den letzten Jahren bei der Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ gelernt habe, dass vor allem der Langzeitblutzuckerwert für Diabetiker sehr wichtig ist. Sie müssen ihren Wert kennen und seine Bedeutung verstehen.
Woran machen Sie den Erfolg der Diabetes-Aktion „Wissen was bei Diabetes zählt: Gesünder unter 7“ fest? Wie beschreiben Sie die Entwicklung über die Jahre?
Wenn man die Anzahl der leidenden Diabetiker in unserem Land betrachtet, ist diese Aufklärung weit mehr als ein „Strohhalm“, an dem man sich festhält. Engagierte Menschen bieten echte Hilfe und Anleitungen. Ich bin überzeugt, dass die Diabetes-Aktion von immer mehr Betroffenen ernst genommen wird und dass diese auch danach handeln.
Wodurch ist Ihr Wunsch und Einsatz, die Kochkunst eng mit dem Thema gesundheitliche Aufklärung zu verbinden, entstanden?
Weil beide Themen sehr eng miteinander verknüpft sind und mir schon sehr früh auffiel, dass sich viele Menschen ausschließlich mit Fertigkost und großen Mengen ernähren, das kann nicht gesund sein. Außerdem geht das Genussempfinden völlig verloren.
„Gesundes Schlemmen für jedermann“ – Geht das? Wie lauten Ihre fünf wichtigsten Tipps dazu?
1.) Immer frisch essen.
2.) Five a day ( 5x täglich Gemüse oder Obst).
3.) Maß halten, das heißt Qualität vor der Menge.
4.) Richtiger Einkauf der Produkte.
5.) Langsamer essen und genießen.
Ihr neuestes Projekt „food@ucation“ wird in diesem Jahr an den Start gehen. Ein erster Schritt zu neuen Ernährungsgewohnheiten?
In der Schule sollen die Kinder nicht nur Mathematik und Englisch lernen, sondern ebenso geschmackvolle, gesunde Ernährung. Ich möchte ihnen zeigen, was gutes Essen ist und betreibe mit meinem Team ab diesem Sommer eine Schulkantine in Rheinland-Pfalz. Damit Sie etwas fürs Leben lernen, werden die Schüler in den gesamten Prozess eingebunden: vom Einkauf der Produkte über den Umgang mit Rezepten und Zutaten bis hin zum fertigen Gericht. Ich möchte, dass die Kinder bei der Auswahl der Menüs mitentscheiden. Das Projekt wird durch eine wissenschaftliche Studie und einen Schulökotrophologen begleitet. Weil neben gesunder Ernährung auch ausreichend Bewegung wichtig ist, plane ich Motivationswettbewerbe. Ich wünsche mir, dass das Modellprojekt ein Wegweiser in eine gesunde Zukunft sein wird und viele Nachahmer findet.


















